WER HAT DEN KINDERGARTEN ERFUNDEN?


Der erste Kindergarten wurde 1840 in Bad Blankenburg (Thüringen) von Friedrich Fröbel gegründet. 


Selbst die Bezeichnung "Kindergarten" stammt von Fröbel. 


Fröbel arbeitete zunächst ungefähr 15 Jahre als Lehrer und Erzieher in der von ihm gegründeten reformpädagogischen Schule in Thüringen. In der Arbeit mit den Kindern erkannte er zunehmend, dass Bildung schon viel früher beginnt, dass die entscheidenden Dinge in der Entwicklung im Alter zwischen 0-6 Jahren stattfinden. Das war seine Motivation, den Kindergarten zu gründen.


Es gab damals schon Betreuungseinrichtungen für kleine Kinder. Sie hießen "Warteschulen" oder "Kleinkinderbewahranstalten" oder "Kleinkinderschulen"! Die Bewahranstalten hatten einach einen Betreuungsansatz. Es ging darum, Kinder vor Schaden zu bewahren solange die Eltern arbeiteten. Die Kleinkinderschulen wurden meist von der Kirche getragen. Da hatte man den Ansatz, Kinder möglichst früh religiös zu unterrichten. 

(Mehr über die Zeit erfahren, in der die ersten Kindergärten gegründet wurden)

 

Fröbel aber wollte aber etwas anderes: Er wollte Kinder weder belehren noch bewahren. Heute würde man das vielleicht so ausdrücken: Fröbel wollte weder, dass Kinder noch früher unterrichtet werden noch wollte er, dass Kinder in einer Art "Schonraum" belassen werden. Er hatte beobachtet, dass Kinder aus eigenem Antrieb und in ihrem eigenen Tempo lernen möchten. Und mit der Gründung des Kindergartens wollte er ein Bewusstsein bei den Erwachsenen dafür schaffen, was Kinder in dieser frühen Entwicklungsphase für ihre Entwicklung brauchen. Und er wollte Erwachsene anleiten und ihnen zeigen, wie sie Kinder begleiten können, ohne sie zu unterrichten oder "spielerische" Angebote zu machen oder im Gegensatz dazu sie ängstlich zu bewahren vor dem vermeintlich erst später einsetzenden Lernen. 


Eine von Fröbels zentralen Erkenntnissen war, dass Kinder lernen, indem sie spielen. Und der Kindergarten sollte ein Ort sein, der den Kindern ermöglicht, zu spielen. Und für die Erwachsenen sollte es ein Ort sein, an dem sie lernen, wie sie für die Kinder Bedingungen schaffen können, dass sie spielen können. Denn spielen bedeutet lernen. Fröbel ist der erste Pädagoge, der das erkannt und formuliert hat. Diese Erkenntnis ist auch 175 Jahre nach der Gründung von Fröbels erstem Kindergarten revolutionär. 

 

 

WER HAT DEN KINDERGARTEN ERFUNDEN?

 


Wer mehr über die Zeit der Entstehung von Fröbels Kindergarten erfahren möchte, dem empfehle ich den Roman "Die Kindergärtnerin" von Jürgen Reyer. Das Buch ist super spannend geschrieben und erzählt von einer jungen Frau, die im damaligen Preußen einen Kindergarten gründen möchte. Fast nebenbei vermittelt der Roman Fakten zur Entstehungsgeschichte des Kindergartens.